"Passion Chirurgie" Digitalisierung und Innovationen in der Chirurgie 11/2025

Die Digitalisierung verändert unsere operative Praxis tiefgreifend: technische Möglichkeiten wachsen rasant, politische Rahmenbedingungen und ethische Fragen folgen mit Verzögerung. Diese Ausgabe der Passion Chirurgie beleuchtet praxisnah vier zentrale Aspekte dieser Entwicklung — von Künstlicher Intelligenz (KI)-Anwendungen über Weiterbildung bis zu elektronischer Dokumentation und robotischer Autonomie.

Im Beitrag „Künstliche Intelligenz in der Chirurgie“ skizziert Markus Vogel wie KI die Chirurgie bereits heute unterstützt und welche offenen Fragen für die Zukunft zu beantworten sind.

Johanna Ludwig plädiert in ihrem Beitrag dafür, KI aktiv mitzugestalten. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem praktischen Nutzen: Zeitgewinn für den Patientenkontakt durch Dokumentationsassistenz, individualisierte Therapieempfehlungen mittels digitaler Zwillinge und Fortbildungsangebote. Sie betont dabei stets: KI ist ein Werkzeug aber die ärztliche Verantwortung und Empathie bleiben unersetzlich.

Einen pragmatischen Blick auf einen anderen Digitalisierungsschwerpunkt werfen Peter Kalbe und Florian Barth mit der Analyse zur elektronischen Patientenakte (ePA). Die ePA 3.0 bringt Potenzial für bessere Präoperative Vorbereitung und Medikationssicherheit, leidet aktuell aber an fehlender Interoperabilität, eingeschränkter Nutzbarkeit und geringer Akzeptanz. Oliver Butzmann bewertet die ePA juristisch.

Schließlich belichtet Dolores Thea Krauss aus meiner Arbeitsgruppe in Köln anhand eines aktuellen Berichtes aus den USA über Chancen und Grenzen der autonomen Chirurgie. In definierten Teilschritten kann unter Laborbedingungen eine beeindruckende Präzision erreicht werden. Wichtige Hürden bleiben aber aktuell vor einer finalen Umsetzung im Klinik-OP bestehen.

Gemeinsam zeigen die Beiträge: Digitalisierung und Innovation sind bergen großes Potenzial - vorausgesetzt, wir gestalten die Umsetzung praxisnah, sicher und patientenzentriert. 

Ihr
Univ.-Prof. Dr. Hans Friedrich Fuchs
Leiter des BDC-Themenreferats „Digitalisierung und technische Innovation“

Univ.-Prof. Dr. med. Hans Friedrich Fuchs FACS FEBS (Hon.)
Leiter des BDC|Themenreferats „Digitalisierung und technische Innovation“
Chair, EAES (European Association of Endoscopic Surgery) Technology Committee
Professor für roboter-assistierte minimal-invasive Viszeralchirurgie & Künstliche Intelligenz in der Chirurgie
Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Tumor- und Transplantationschirurgie
Uniklinik Köln (AöR)